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Auszüge aus den politischen und wirtschaftlichen Nachrichten der türkischen Presse  

08.03.2007
  • SEZERS BOTSCHAFT ANLÄSSLICH DES FRAUENTAGES
  • DIE ZEIT FÜR NORDZYPERN IST GEKOMMEN
  • AUSSENMINISTER VON KATAR BESUCHT GÜL
  • USA WARNEN BARSANI
  • KOREANISCHER VERTEIDIGUNGSMINISTER IN ANKARA
  • ZIEL IM BORHANDEL: 1 MRD DOLLAR
  • VORSTOSS IM THERMALFREMDENVERKEHR


  • KOMMENTAR DES TAGES:

  • “DER AUFTRITT TÜSIADS IN ANKARA” (Von Fikret BÝLA)
  • EU-AUFRUF



  • SEZERS BOTSCHAFT ANLÄSSLICH DES FRAUENTAGES

    Während in der ganzen Türkei anlässlich des heutigen internationalen Frauentages verschiedene Aktivitäten veranstaltet werden, veröffentlichte auch Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer eine Botschaft.

    Die Diskriminierung der Frauen müsse beseitigt werden, betonte Sezer in seiner Botschaft und teilte mit: „Dass unsere Frauen für ihre eigenen Probleme eintreten und dass sie als Grundelemente der Gesellschaft, als Einzelpersonen und als Mütter ihre kreativen Kräfte darlegend danach streben, einen besseren Lebensstandard zu erreichen, sind die Grundbedingungen zur Verwirklichung der Sehnsucht nach einer modernen Türkei“. (Cumhuriyet)

    DIE ZEIT FÜR NORDZYPERN IST GEKOMMEN

    EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn, der in der EU-Hauptstadt Brüssel mit dem Außenminister der zyperngriechischen Führung Lillikas zusammenkam, forderte, dass die Satzung für den direkten Handel mit der Türkischen Republik Nordzypern nun endlich zur Anwendung kommt. Es sei auch im Interesse beider Seiten, wenn diese so schnell wie möglich in Kraft gesetzt werde, betonte Rehn.

    Der zyperngriechische Minister hingegen erklärte: „Wir sind absolut dagegen, dass die Satzung für den direkten Handel in Kraft tritt, indem die nordzyprischen Häfen und Flughäfen benutzt werden. Als zyperngriechische Regierung akzeptieren wir die von der Satzung dargelegte Idee nicht. In der von der Kommission ausgearbeiteten Satzung wird nämlich versucht, die beiden Seiten auf der Insel als gleich darzustellen. Das ist nicht rechtsgültig.“ (Türkiye)

    AUSSENMINISTER VON KATAR BESUCHT GÜL

    Der Außenminister von Katar Emir Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani besuchte gestern seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül.

    Nach einem zweistündigen Gespräch veranstalteten die beiden eine gemeinsame Pressekonferenz. Gül wies dabei auf die gute Beziehung zwischen der Türkei und Katar hin und darauf, dass Katar einen Fortschritt gemacht habe, von dem auch die Geschäftsleute profitiert haben.

    Gül sprach al-Thani seinen Dank für dessen Unterstützung der türkischen Investoren aus und betonte, dass sie diese enge Zusammenarbeit fortsetzen werden. Gül gab bekannt, dass die Türkische Republik Nordzypern die Erlaubnis zur Eröffnung eines Geschäftsbüros in Katar erhalten habe und bedankte sich auch dafür bei der Regierung von Katar.

    Al-Thani seinerseits sagte, dass die Türkei ein bedeutendes Land in der Region sei und eine wichtige Rolle spiele. Er teilte auch mit, dass er ein konstruktives Gespräch mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan geführt habe. (Türkiye)

    USA WARNEN BARSANI

    Der stellvertretende US-Außenminister Matt Bryza erklärte bei einer Reportage in einem privaten Fernsehkanal, dass die USA nicht hinter den Erklärungen von Massud Barsani, dem Führer der kurdischen regionalen Verwaltung im Nordirak, stehen.

    Bryza wies darauf hin, dass Washington den Kommentaren und Aktionen von Barsani nicht zustimme und sagte: „Barsani weiß, dass wir gegen die PKK sind, aber er handelt unabhängig.“ Er unterstrich auch, dass sich die beiden kurdischen Parteien im Nordirak dafür einsetzen müssen, dass die PKK-Bedrohung ein Ende findet.

    Bryza unterstrich, dass der Nordirak im Rahmen der irakischen Verfassung zwar Autonomie haben könne, es aber nicht von Nutzen sei, andere Alternativen als die Ganzheit des Irak auf die Tagesordnung zu bringen. (Türkiye)

    KOREANISCHER VERTEIDIGUNGSMINISTER IN ANKARA

    Verteidigungsminister Vecdi Gönül kam gestern mit seinem koreanischen Amtskollegen Kim-Jang Soo zusammen. Gönül sagte, dass die Beziehung zwischen Korea und der Türkei während einer Zeit entstanden ist, in der Korea im Kampf zwischen Sein und Nichtsein stand. Gönül wies auch auf die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in der Verteidigungsindustrie hin.

    Jang-Soo seinerseits sagte, dass er sich glücklich schätze, anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Korea in der Türkei zu sein. Jang-Soo sagte: „Korea verdankt es der Türkei, dass es jetzt unabhängig ist. Dafür sprechen wir einen besonderen Dank aus. Mein Volk wird das nie vergessen.“

    Der koreanische Minister fügte auch hinzu, dass sie die Kooperation in der Verteidigungsindustrie weiter entwickeln wollen. (Türkiye)

    ZIEL IM BORHANDEL: 1 MRD DOLLAR

    Die Türkei, die 65 % der Bor-Reserven der Welt besitzt, richtet nach Europa und Amerika nun ihren Blick auf den fernöstlichen Markt.

    Die Eti Bergbau-Betriebe, die durch den Handel mit rohem und verarbeitetem Bor einen Umsatz von 515 Mio YTL machten, bereiten sich vor, das Bor den asiatischen Ländern, vor allem China, auszuführen. (Türkiye)

    VORSTOSS IM THERMALFREMDENVERKEHR

    An der Internationalen Messe der Fremdenverkehrsbörse (ITB), die in der deutschen Hauptstadt Berlin eröffnet wurde und bis 11. März dauert, nahm auch Kultur- und Fremdenverkehrsminister Atilla Koç teil. Dabei gab er bekannt, dass die Türkei 2007 im Tourismus einen Vorstoß wagen werde.

    Nachdem Koç den türkischen Stand auf der Messe besucht hatte, sagte er in seiner Erklärung gegenüber türkischen Journalisten: „Wir wollen, ohne den Fremdenverkehr mit Meer, Strand und Sonne zu vernachlässigen, auch unsere anderen Vorteile präsentieren. In der Türkei gibt es in 41 von 81 Provinzen Thermalquellen, insgesamt 1600. Wir stehen damit an 7. Stelle der Welt. Aber derzeit nutzen wir nur ungefähr 1 % davon. Diese Thermalquellen habe ich für die Investoren der Welt und der Türkei geöffnet. Wir werden in der ganzen Welt für die Türkei Werbung betreiben. Wir wollen die Generation der Senioren in die Türkei locken, indem wir mit den europäischen Sozialversicherungsanstalten zusammenarbeiten.“ (Türkiye)

    KOMMENTAR DES TAGES:

    “DER AUFTRITT TÜSIADS IN ANKARA” (Von Fikret BÝLA)

    Die Leiterin des Verbandes Türkischer Industrieller und Geschäftsleute (TÜSIAD), Arzuhan Doðan Yalçýndað, und die Vorstandsmitglieder haben mit einem zweitägigen intensiven Programm gleichsam einen ‚Auftritt’ in Ankara.

    Wenn man den Gesprächsverkehr betrachtet, so sieht man, dass TÜSIAD in diesen Tagen auf der Tagesordnung Ankaras an erster Stelle steht. Auch werden diese Gespräche die ersten in der Geschichte von TÜSIAD sein.

    Sie kamen mit Staatspräsident Sezer, Ministerpräsident Erdoðan, Oppositionsführer Baykal, mit dem Finanzminister und dem Minister für Arbeit und Landwirtschaft sowie mit Wirtschaftsbürokraten zusammen.

    Auf dem heutigen Programm stehen Gespräche mit Parlamentspräsident Arýnç, Vizepremier Þener, Justizminister Çiçek, Innenminister Aksu, Staatsminister Babacan und Umweltminister Pepe…

    Somit wird TÜSIAD in Ankara mit allen Entscheidungsorganen der Regierung, der Opposition und der Bürokratie zusammenkommen.

    EU-AUFRUF

    TÜSIAD-Leiterin Yalçýndað und die Vorstandsmitglieder stellten bei diesem intensiven Verkehr den EU-Prozess in den Vordergrund.

    TÜSIAD machte bezüglich der EU auf die „Abkühlung“ aufmerksam und rief gleichzeitig die Regierung und die Opposition auf, etwas zu unternehmen.

    TÜSIAD fordert von der Türkei, mit aller Kraft am EU-Prozess dranzubleiben und auch die Reformen weiter umzusetzen, auch wenn sich die EU gegenüber der Türkei distanziert zeigt.

    Yalçýndað betont, dass sich nicht nur die Regierung, sondern auch die CHP der EU gegenüber ‚mehr motiviert’ zeigen müsse.

    Aber der CHP-Vorsitzende Baykal ist der Ansicht, dass der Grund für eine „Abkühlung“ nicht bei der Türkei, sondern bei der EU gesucht werden müsse.

    Den Auftritt des TÜSIAD könnte man auch als „EU-Vorstoß“ bezeichnen…

    Auch wenn bei den Kontakten von TÜSIAD das Schwergewicht auf die EU gelegt wurde, so konzentrierten sich die Fragen der Journalisten doch auf die Wahl des Staatspräsidenten.

    Auf eine diesbezügliche Frage sagte Yalçýndað, der CHP-Vorsitzende habe gesagt, die Wahl des Staatspräsidenten werde sehr hart verlaufen. Und die Erklärung von Yalçýndað, dass nach demokratischen Regeln auch Ministerpräsident Erdoðan Staatspräsident werden könne, wenn er es wolle, führte zu einer zweiten Frage:

    Hat etwa TÜSIAD seine frühere Ansicht, dass die Wahl des Staatspräsidenten mit „Einigung“ vonstatten gehen muss, geändert?

    Sie erklärte auf diese Frage, dass TÜSIAD Çankaya als ein Einigungs- und Schlichtungsamt sehe, seine Ansicht darüber bereits dargelegt habe, die Türkei ein demokratisches Land sei und die Wahl dem Willen des Parlaments unterliege.

    Wie aus den Worten von Yalçýndað hervorgeht, bevorzugt der TÜSIAD zwar die Wahl des Staatspräsidenten durch Einigung, aber falls Ministerpräsident Erdoðan kandidieren und gewählt werden sollte, so würde das dennoch den Regeln entsprechen.

    TÜSIAD hat bereits früher vorgeschlagen, die Wahl des Staatspräsidenten in Einigung und die Allgemeinen Wahlen in der dafür vorgesehenen Zeit abzuhalten.

    Die neue Präsidentin von TÜSIAD setzt diese Linie fort… (Milliyet)