e-mail : tagesspiegel@byegm.gov.tr

homepage         

 
 

Auszüge aus den politischen und wirtschaftlichen Nachrichten der türkischen Presse  

23.03.2007
  • „UNSERE REGION MUSS VON MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN GESÄUBERT WERDEN“
  • ARINÇS BRIEF AN PELOSI
  • REHN: “ERÖFFNUNG DES 2. KAPITELS AM 29. MÄRZ”
  • MESROB II.: „DER ARMENIER-ENTWURF WIRD KEINEN NUTZEN BRINGEN“
  • SÖLDNER FÜR DIE ZYPERNGRIECHISCHE ARMEE


  • KOMMENTAR DES TAGES:

  • “MILITARISTISCHES IMAGE DER TÜRKEI” (Von Semih IDIZ)



  • „UNSERE REGION MUSS VON MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN GESÄUBERT WERDEN“

    Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer empfing gestern seinen ägyptischen Amtskollegen Hosni Mubarak. Sezer und Mubarak teilten in ihrer Botschaft an die USA, den Iran und Israel mit, dass sie keine neue Spannung im Mittleren Osten wollten und wünschten die Säuberung der Region von Massenvernichtungswaffen vollkommen.

    Auf der gemeinsamen Pressekonferenz sagte Sezer: „Wir sind uns darin einig, dass der Mittlere Osten zu einer Region des Friedens und der Zusammenarbeit werden soll. Wir haben unsere Entschlossenheit über die Wahrung der nationalen Einheit des Irak wiederholt und unsere Unterstützung für die Bemühungen Palästinas zum Ausdruck gebracht.

    Mubarak seinerseits sagte: „Wir sind einer Meinung, dass die Verbreitung nuklearer Waffen und von Massenvernichtungswaffen verhindert werden muss, der Mittlere Osten von diesen Waffen gesäubert und der internationale Kampf gegen den Terror unterstützt werden muss.“

    Mubarak empfing gestern auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan und Generalstabschef Yaþar Büyükanýt. (Hürriyet)

    ARINÇS BRIEF AN PELOSI

    Parlamentspräsident Bülent Arýnç teilte der Präsidentin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi durch einen Brief das Unbehagen bezüglich des Gesetzentwurfes, der die Völkermordbehauptungen der Armenier unterstützt, mit.

    Arýnç schrieb in seinem Brief folgendes: „Im Namen der gesamten Mitglieder des Parlaments, das den souveränen Willen der türkischen Nation vertritt, möchte ich unser Unbehagen wegen des Gesetzentwurfes zum Ausdruck bringen, der am 30. Januar 2007 dem US-Kongress vorgelegt worden ist und mit dem die Behauptungen der Armenier über die Ereignisse in Jahr 1915 unterstützt werden sollen.“

    (Cumhuriyet)

    REHN: “ERÖFFNUNG DES 2. KAPITELS AM 29. MÄRZ”

    EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn, einer der führenden Personen, die sich bemühen, die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU auf der Schiene zu halten, sagte in seiner Sondererklärung an die Zeitung ‚Milliyet’, er sei der Ansicht, dass trotz des Einfrierens von 8 Kapiteln bei den Verhandlungen ein offensichtlicher Fortschritt zu verzeichnen ist. Er stellte ein positives Bild dar.

    Rehn ist überzeugt, dass nach der Öffnung und Schließung des ersten Kapitels „Wissenschaft und Forschung“ das 2. Kapitel „Unternehmens- und Industriepolitik“, am 29. März geöffnet wird. Natürlich läge das in der Hand des derzeitigen EU-Ratspräsidenten und der EU-Länder, aber er sei sich sicher, dass dies in die Tat umgesetzt wird, erklärte Rehn. (Milliyet)

    MESROB II.: „DER ARMENIER-ENTWURF WIRD KEINEN NUTZEN BRINGEN“

    Patriarch Mesrob II., das Oberhaupt der armenischen Kirche in der Türkei, wies in einem Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur AA. darauf hin, dass die Annahme des dem US-Kongress vorgelegten Armenier-Entwurfs niemandem Nutzen bringen werde. Der Patriarch sagte: „Ich halte keine Initiative, die den eigentlich noch nicht begonnenen Dialogprozess zwischen den beiden Völkern negativ beeinflussen könnte, für vernünftig.“ (Milliyet)

    SÖLDNER FÜR DIE ZYPERNGRIECHISCHE ARMEE

    Die zyperngriechische Führung, die bei jeder Gelegenheit äußert, dass die Türkei ihre Truppen von der Insel zurückziehen solle, stellte 1000 Söldner von Griechenland ein, um ihre Armee zu verstärken. Daraufhin beschloss Ankara die Sache vor die UNO zu bringen. (Cumhuriyet)

    KOMMENTAR DES TAGES:

    “MILITARISTISCHES IMAGE DER TÜRKEI” (Von Semih IDIZ)

    Bedeutende Korrespondenten westlicher Zeitungen rufen uns telefonisch an oder knüpfen mit uns direkten Kontakt. Dass die Scheinwerfer auf die Türkei gerichtet sind, wird auch durch dieses rege Interesse deutlich. Aber leider haben die gestellten Fragen und die Bewertungen bezüglich des internationalen Images und Ansehens der Türkei eine Bedeutung.

    Das sehen wir aus den Bewertungen in der westlichen Presse in diesen Tagen. Diese Lage bietet eine günstige Gelegenheit für die Feinde der Türkei und sie hoffen aus diesem negativen Image Nutzen zu ziehen.

    Denn die zyperngriechische Führung hat die Warnungen der Türkei in Bezug auf Erdölsuche im Mittelmeer falsch widergespiegelt und war darin erfolgreich, diese Warnungen als „Bedrohung“ verstehen zu lassen. Der amerikanische Botschafter auf Zypern, Ronald L. Schlicher, hat offen in seiner Erklärung gesagt, dass Südzypern als ein souveränes Land mit jedem Land ein Abkommen schließen kann.

    Auch der derzeitige EU-Ratspräsident Deutschland hat auf Initiative der Zyperngriechen hin in derselben Sache die Türkei gewarnt, seinen Nachbarn nicht zu drohen. Außerdem ist offenkundig, dass die EU auch das Tadeln des Ministerpräsidenten der TRNZ vor kurzem, die von Ankara als ein unabhängiges Land anerkannt wird, durch einen Kommandanten der türkischen Kraft auf der Insel vor allen Leuten zur Verbreitung des Images der „militaristischen Türkei“ ausnutzen wird.

    Im Westen wird ein fataler Eindruck verbreitet, dass die Türkei innerhalb und außerhalb des Landes auf Gewalt basierende militärische Schritte setzen wird. In diesem Rahmen beharrt man auf dem Nordirak.

    Obwohl die Sorgen über die Präsenz der PKK in diesem Gebiet allen bekannt sind, wird behauptet, dass dies gegen die irakischen Kurden benutzt wird. Man sagt: „Sonst hätte die Türkei so wie England und Spanien jede Gelegenheit zur Lösung der Frage durch friedliche Wege genutzt.“

    Kurz gesagt, obwohl unsere militärischen und zivilen Zuständigen beharrlich betonen, dass ein militärischer Eingriff in die Stadt Kirkuk nur dann, wenn Massenmorde an den Turkmenen verübt werden, auf die Tagordnung kommen kann, wird dank der Opposition weiterhin der Eindruck vermittelt, dass die türkischen Streitkräfte für Kirkuk in den Irak eingreifen werden.

    Und nun die innenpolitische Dimension. In den heutigen Tagen interessieren sich die westlichen Journalisten für die Wahl des Staatspräsidenten. Am häufigsten wird direkt die Frage gestellt: „Wird das Militär putschen, wenn Erdoðan für das Amt des Staatspräsidenten kandidiert?“

    Kurz, die Türkei wird immer noch als ein potentielles Land für einen Militärputsch angesehen, das die Demokratie nicht festigen konnte.

    Bei einer Unterhaltung mit einem pensionierten General vor kurzem sprachen wir über unser schlechtes Image im Ausland. Als ich fragte: „Ist Ihrer Meinung nach eine Türkei, die mit ihren demokratischen, zivilen und wirtschaftlichen Erfolgen respektiert wird, oder eine Türkei, die aufgrund ihrer Armee gefürchtet wird, besser“? antwortete er ohne zu zögern: „Eine Türkei, die aufgrund ihrer Armee gefürchtet wird.“

    Nach diesen Worten überlegte ich, ob wir nicht selbst Mitschuld tragen an der Bildung unseres schlechten Images? (Milliyet)