GÜL: „HABT KEINE ANGST VOR UNS“BAĞIŞ: „BEDEUTUNG DER NATO IST WEITER GESTIEGEN“DIE TÜRKEI ÜBERNIMMT ISAF-KOMMANDO TÜSIAD-VORSITZENDE IN BULGARIENBABACAN: „DIE TÜRKEI WURDE ZUM STÜTZPUNKT FÜR INVESTITIONEN“TÜRKISCHE UNTERNEHMER ZU INVESTITIONEN IN KUWAIT EINGELADENGLOBALER EHRENPREIS FÜR TÜRKISCHEN HIRNCHIRURGEN
KOMMENTAR DES TAGES:
WAHRSAGUNG FÜR ÇANKAYA… (von Muharrem SARIKAYA)
GÜL: „HABT KEINE ANGST VOR UNS“
In einem Interview mit der ‚Süddeutschen Zeitung’ während seines Besuches in Deutschland, kritisierte Außenminister Abdullah Gül die Diskussionen in Europa über die türkische EU-Mitgliedschaft und sagte, die EU brauche „keine Angst vor der Türkei zu haben“. Gül teilte auch mit, dass die Begeisterung in der Türkei für die EU nicht mehr so groß sei wie früher und der Grund dafür die Diskussionen über die türkische EU-Mitgliedschaft in vielen europäischen Ländern seien.
Auf eine Frage über die Hindernisse im Verhandlungsprozess wegen Zypern, antwortete Gül: „Ich möchte etwas klarstellen. Die EU braucht sich nicht vor uns zu fürchten. Beim Beitrittsprozess der Türkei gibt es keinen Automatismus. Erst einmal müssen wir die Verhandlungen erfolgreich abschließen.“ Gül sagte auch: „Warum sollte es jemanden stören, wenn wir Erfolg haben? Und dann wird es in Europa noch zwei Länder geben, die ein Referendum über einen möglichen EU-Beitritt der Türkei abhalten werden. Warum also äußern sich so viele Leute und so viele Politiker jetzt schon so kritisch über die Türkei? Ich verstehe das nicht. Im Übrigen ist die Türkei in manchen Punkten einigen Mitgliedsländern der EU auch schon voraus. Wir erfüllen beispielsweise bereits die Maastricht-Kriterien.“ (Türkiye)
BAĞIŞ: „BEDEUTUNG DER NATO IST WEITER GESTIEGEN“
Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano empfing eine Delegation von Abgeordneten aus mehr als 20 Ländern, die Mitglieder im Komitee für Transatlantische Beziehungen der NATO-Parlamentarierversammlung sind, und zu einem zweitägigen Besuch nach Rom gekommen waren.
Der Vorsitzende dieses Komitees, Egeman Bağış, Außenpolitikberater von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan und AKP-Abgeordneter, erklärte in seiner Rede im Quirinale Palast: „Nach dem 11. September braucht die Welt die NATO nicht weniger sondern mehr. Das ist eine Tatsache, die wir alle gemeinsam beobachtet haben.“
Er sprach die Bedeutung der Kooperation zwischen den NATO-Mitgliedsländern und der Beziehung zwischen den Verbündeten an und sagte: „Es gibt eine Reihe neuer Gefahren in der Welt. Terror, Massenvernichtungswaffen, Menschenhandel, Drogen- und Waffenschmuggel sind einige davon. Gegen diese Gefahren müssen wir gemeinsam vorgehen.“ (Türkiye)
DIE TÜRKEI ÜBERNIMMT ISAF-KOMMANDO
Die türkischen Streitkräfte werden heute von Frankreich die Führung der internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (ISAF) übernehmen. Aus diesem Grund wird eine Zeremonie in Kabul veranstaltet.
Das Kabul-Regionalkommando wird von General Kasım Erdem übernommen. Die türkischen Streitkräfte werden das Kommando für 8 Monate innehaben und es am 6. Dezember 2007 an Italien weitergeben. (Cumhuriyet)
TÜSIAD-VORSITZENDE IN BULGARIEN
Die Vorsitzende des Verbandes türkischer Industrieller und Geschäftsleute (TÜSIAD) Arzuhan Doğan Yalçındağ reiste mit einer Delegation als Gast der Industriellenunion Bulgariens nach Sofia.
Arzuhan wies darauf hin, dass für eine Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen der Türkei und Bulgarien eine wichtige Aufgabe den Unternehmern der beiden Länder zufalle. Außerdem brachte sie zum Ausdruck, dass sie für die Unterstützung Bulgariens für die EU-Mitgliedschaft der Türkei dankbar seien.
Weiters erklärte sie: „Wir glauben, dass die Beziehungen, die wir als TÜSIAD mit ausländischen Unternehmerorganisationen herstellen, einen beachtlichen Beitrag zur Weiterentwicklung von Freundschaft und Frieden zwischen den Ländern leisten.“ (Milliyet)
BABACAN: „DIE TÜRKEI WURDE ZUM STÜTZPUNKT FÜR INVESTITIONEN“
Das von der kanadischen Netzkommunikationsgesellschaft Nortel Networks in Istanbul eingerichtete ‚Globale Hightech-Operationszentrum’ wurde mit einer Feier eröffnet, an der Staatsminister und Verhandlungsführer Ali Babacan, Verkehrsminister Binali Yıldırım und Nortel-Präsident Mike Zafirovski teilnahmen.
Babacan, der dabei eine Rede hielt, erinnerte daran, dass die direkten internationalen Investitionen in der Türkei im letzten Jahr 20 Mrd Dollar betragen hätten und sagte: „Die direkten internationalen Investitionen haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine Höhe von 12 Mrd Dollar erreicht. Unsere Bemühungen zur weiteren Erleichterung von Investitionen werden anhalten.“
Nicht nur Nortel, sondern viele internationale und nationale Gesellschaften haben begonnen, die Türkei als einen Stützpunkt für Investitionen zu betrachten, erklärte Babacan und sagte, die erfolgreiche Anziehungskraft der Türkei für internationale Investitionen sei hinsichtlich der Beschäftigung sehr wichtig. (Hürriyet)
TÜRKISCHE UNTERNEHMER ZU INVESTITIONEN IN KUWAIT EINGELADEN
Der Ministerpräsident von Kuwait Scheich Nasir al Mohammed al Ahmad al Sabah, der an einem vom Rat für außenwirtschaftliche Beziehungen (DEIK) zu seinen Ehren gegebenen Arbeitsessen teilnahm, lud die türkischen Unternehmer ein, sich an den Milliarden-Dollar-Projekten in seinem Land zu beteiligen. Al Sabah teilte mit, dass sie insgesamt vier Abkommen unterzeichnet hätten, drei davon staatlich und eines mit einer türkischen Privatgesellschaft.
Mit Hinweis auf das niedrige Handelsvolumen zwischen Kuwait und der Türkei sagte Al Sabah: „Ich hoffe, dass sich unser Handel in kurzer Zeit auf das Drei-, oder sogar Vierfache erhöht. Ich persönlich bin sehr froh über die verstärkten Investitionen der kuwaitischen Unternehmer in der Türkei. Ich möchte, dass auch die türkischen Unternehmer in alle Investitionsbereiche in Kuwait einsteigen.“ (Türkiye)
GLOBALER EHRENPREIS FÜR TÜRKISCHEN HIRNCHIRURGEN
Prof. Dr. Hamit Ziya Gökalp, Chef der Hirnchirurgie-Abteilung an der Ufuk Universität in Istanbul, wurde aufgrund seiner Beiträge zur Hirnchirurgie von der Weltföderation der Neurologischen Gesellschaften (WFNS) für den Ehrenpreis würdig erachtet.
Prof. Gökalp wird diese Auszeichnung, die zum ersten Mal einem türkischen Arzt überreicht wird, bei der Preisverleihungsfeier auf dem ‚Welt-Hirnchirurgie-Kongress’ am 18. November in der japanischen Stadt Nagoya in Empfang nehmen. (Hürriyet)
KOMMENTAR DES TAGES:
WAHRSAGUNG FÜR ÇANKAYA… (von Muharrem SARIKAYA)
Auch in dieser Woche erhielt Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan die Ansichten von Nichtregierungsorganisationen über seine Kandidatur für die Staatspräsidentschaft und in der kommenden Woche wird er die Abgeordneten anhören.
Wenn ich die Antworten der AKP-Abgeordneten in den letzten zwei Tagen bewerten sollte, so wissen nicht einmal die, die Erdoğan nahe stehen, wie er sich entscheiden wird. Aber die Namen, die schon vor Erdoğans Bürgermeisterschaft mit ihm zusammen waren, schätzen gleichermaßen: „Die Möglichkeit, dass er nicht kandidieren wird, liegt höher. Zu 51 % wird er nicht kandidieren, zu 49 % wird er kandidieren.“ Auch die Vermutungen darüber, auf wen er hinweisen wird, falls er selbst nicht kandidieren sollte, sind gleich: „Er wird Abdullah Gül als Kandidat aufstellen. Er selbst wird auch bei diesen Wahlen Führer der Partei bleiben und erst später an Çankaya denken.“
Aber die Vermutungen jener, die Gül nahe stehen, sehen ganz anders aus…
Ihnen zufolge sollte seine Kandidatur gar nicht zur Diskussion stehen, er werde mit „Sicherheit“ kandidieren.
Aus dem Parteikongress wird ohne Zweifel Gül als Parteiführer hervortreten und das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen…
Zu beobachten ist, dass Erdoğan seine Antworten nach der Position und dem Einfluss der Abgeordneten gibt…
Er will nämlich, dass derjenige, der ihm nahe steht, Ministerpräsident wird, aber nicht Staatspräsident, so als hätte er das Gefühl, wenn die ihm nahe stehende Person Staatspräsident wird, würde sein Einfluss in der Partei abnehmen.
Deshalb beginnt er sein ‚Blütenblätter-Auszählen’, ob kandidieren oder nicht kandidieren mit „nicht kandidieren“.
Es gibt aber auch einige, die das Kandidieren einer der beiden (Erdoğan und Gül) für ausreichend halten.
Und einige wie Umweltminister Osman Pepe scheuen sich überhaupt vor Vermutungen und witzeln: „Wir machen kein ‚Blütenblätter-Auszählen, sondern ‚Monatsrosen-Wahrsagung’. In dem Moment, wo unser Kandidat bekannt gegeben wird, wird unsere Wahrsagung enden.
Auf der anderen Seite ist man auch besorgt, dass die eskalierenden Reaktionen in den kommenden Tagen weiter steigen könnten, wie z.B. die gestrige Erklärung aus dem Rektorenkomitee des Hochschulrates (YÖK).
Und für die Opposition ist die Kandidatur von Erdoğan gewiss. Diese Ansicht wurde auch beim Beileidsbesuch des DYP-Vorsitzenden Mehmet Ağar beim Vorsitzenden der Mutterlandspartei, Erkan Mumcu, wegen des Ablebens Ömer Abuşoğlus, des Fraktionsvorsitzenden von ANAP, festgelegt. Ağar und Mumcu sind kurz gefasst der folgenden Ansicht, wobei die Parteimitglieder ihre Gespräche zur gemeinsamen Teilnahme an den Wahlen intensivieren: „Erdoğan betrachtet seine Ministerpräsidentschaft nach den Wahlen als nicht gesichert. Da er auch nicht Oppositionsführer werden will, wird er definitiv für die Staatspräsidentschaft kandidieren.“
10 Tage vor Beginn des Kandidaturprozesses für die Staatspräsidentschaft sind die Vermutungen und Erwartungen darüber, wann und was in Ankara passieren wird, sehr komplex. (Sabah)