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Auszüge aus den politischen und wirtschaftlichen Nachrichten der türkischen Presse  

10.04.2007
  • ERDOĞAN WARNT BARSANI
  • NOTE AN DEN IRAK
  • TALABANI DRÜCKT SEIN BEDAUERN AUS
  • WARNUNG DER USA AN BARSANI
  • TREFFEN ZWISCHEN ERDOĞAN UND MERKEL
  • ERDGAS AUS ÄGYPTEN


  • KOMMENTAR DES TAGES:

  • "DIE EIGENTLICHE ABSICHT VON BARSANI" (Von Enis BERBEROĞLU)



  • ERDOĞAN WARNT BARSANI

    Auf die Worte des Kurdenführers Massud Barsani "Falls die Türkei in Kirkuk eingreift, werden wir 30 Mio Kurden aufwiegeln und in Diyarbakır eingreifen" gab Ministerpräsident Recep Tayiip Erdoğan eine harte Antwort: "Barsani hat die Grenzen weit überschritten. Jetzt muss er wirklich aufpassen. Bei unserem letzten Treffen habe ich die kurdischen Führer gewarnt, habe ihnen die Sache auseinandergesetzt. Sie haben ihr Wort nicht gehalten. Vielleicht werden sie es auch in Zukunft nicht halten."

    "Die nordirakische Führung begeht einen ernsthaften Fehler. Wir sind ein Staat, der auf einer Jahrhunderte langen Geschichte basiert. Jeder weiß, dass sich unsere geschichtliche Vergangenheit bis zum Nordirak und nach Bagdad erstreckt. Aber in der Verwendung dieser Ausdrücke muss man sehr vorsichtig sein. Ich weiß nicht, ob das Barsani persönlich befriedigt, aber die Türkei hat das nicht notwendig. Sie sollten ihre Worte sehr vorsichtig wählen, sonst werden sie durch diese zugrunde gerichtet." erklärte Erdoğan weiter. (Türkiye)

    NOTE AN DEN IRAK

    Regierungssprecher und Justizminister Cemil Çiçek teilte nach dem Treffen des Ministerrates mit, dass das Außenministerium am Montag dem Irak eine Note übermittelt habe, die das Land an seine Verantwortung besonders im Kampf gegen den Terror erinnert. Außerdem erklärte Çiçek, dass dieses Thema die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates bilden werde. (Türkiye)

    TALABANI DRÜCKT SEIN BEDAUERN AUS

    Nach der scharfen Reaktion Ankaras auf die Drohung des Kurdenführers Massud Barsani gegen die Türkei rief der irakische Staatspräsident Dschelal Talabani Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan gestern Abend an. Er brachte sein Bedauern über die Äußerung Barsanis zum Ausdruck und sagte, er habe mit den kurdischen Führern Kontakt aufgenommen.

    Talabani erklärte: "Wir wollen zur Türkei in einer guten Beziehung stehen. Wir sind bereit, mittels eines gemeinsamen Planes gegen die Terrororganisation PKK zu kämpfen." (Milliyet)

    WARNUNG DER USA AN BARSANI

    Auch die US-Regierung kritisierte die Erklärung Massud Barsanis, den Praesidenten der Regionalregierung im Nordirak, die scharfe Reaktionen in Ankara hervorgerufen hatte.

    Nach einem Telefongespräch zu diesem Thema zwischen Außenminister Abdullah Gül und seiner amerikanischen Amtskollegin Condoleezza Rice, warnte Washington Barsani und teilte ihm mit: "Ihre Erklärung ist nicht hilfreich."

    US-Funktionsträger wiesen außerdem darauf hin, dass sie über verschiedene Kanäle Kontakte geknüpft hätten, um eine Zunahme der aufgrund der Erklärung Barsanis entstandenen Spannung zu verhindern. (Milliyet)

    TREFFEN ZWISCHEN ERDOĞAN UND MERKEL

    Die Hannover-Messe, eine der größten Industriemessen der Welt, an der die Türkei dieses Jahr als Partnerland teilnehmen wird, wird am 15. April von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan eröffnet.

    Auf dieser Messe wird die Türkei in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Energie- und Pipelinetechnologien Einführungen geben.

    Außerdem werden auf dem Türkisch-Deutschen Handelsgipfel am 16. April, auf dem Merkel und Erdoğan eine Rede halten werden, die Themen Industrie und Investition, Infrastruktur, Handel, sowie Fremdenverkehr und Wissenschaft in die Hand genommen.

    Die Hannover-Messe dauert bis zum 20. April. (Türkiye)

    ERDGAS AUS ÄGYPTEN

    Der ägyptische Ölminister Sameh Fahmy gab bekannt, dass sie mit der Türkei und Syrien ein Vereinbarungsprotokoll für den Bau der 5. und 6. Stufe eines Erdgasleitungsprojektes unterzeichnet hätten.

    Die Erdgasleitung werde von Ägypten aus über Jordanien und Syrien bis in die Türkei führen. So werde die Türkei in zweieinhalb Jahren das erste Erdgas aus Ägypten beziehen können. Fahmy wies auch darauf hin, dass die 3. und 4. Stufe des Projektes, deren Bauarbeiten noch andauern, bis zum Ende dieses Jahres fertig gestellt werden. (Cumuriyet)

    KOMMENTAR DES TAGES:

    "DIE EIGENTLICHE ABSICHT VON BARSANI" (Von Enis BERBEROĞLU)

    Glaubt Massud Barsani tatsächlich, dass er die Provinz Diyarbakır durcheinander bringen kann?

    Natürlich nicht.

    Glaubt er, dass er im Falle einer Invasion der türkischen Armee Widerstand leisten kann oder dass es in der Türkei zu einem Aufstand kommen wird?

    Das kann er nicht einmal im Traum denken.

    Um den Grund dafür verstehen zu können, sollte man ein paar Monate zurückgehen.

    Im vergangenen Herbst wurde zwischen der Türkei und den USA eine Vereinbarung zur Beseitigung der Terrororganisation PKK geschlossen. Beim Besuch von Außenminister Abdullah Gül und danach von Generalstabschef Yaşar Büyükanıt in den USA wurde über der Landkarte beratschlagt und für eine gemeinsame Operation im Frühling wenn auch nicht "grünes", so doch "gelbes Licht" gegeben.

    Der Türkei wurde gesagt, "dass sie noch eine Weile warten müsse".

    Barsani hat diese Vereinbarung aus der Ferne mit Besorgnis verfolgt. Nicht um die PKK zu retten, aber um seine eigene Herrschaft zu bewahren, hat er den einzigen Weg zur Verhinderung der militärischen Operation versucht: Er begann, die Türkei zu provozieren. Die Antwort Ankaras verspätete sich nicht und erfolgte auf gleiche harte Weise. Die Frage war nicht mehr ein Kampf zwischen der Türkei und der PKK.

    In der amerikanischen und europäischen Öffentlichkeit dachte man, das Ziel einer grenzüberschreitenden Operation seien die Kurden.

    Das gelbe Licht der USA wurde auf rot geschaltet. Barsani hatte sein Ziel erreicht.

    Für die Türkei ist es schwer, aber nicht unmöglich, sich aus dieser Falle zu befreien. Vielleicht wird es eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

    Der eigentliche Verlierer wird Barsani sein, der in der kurdischen Geographie (Irak, Iran, Syrien) die Türkei, das einzige Land, das mit Demokratie und offener Wirtschaft regiert wird, gegen sich stellt. (Hürriyet)