REAKTIONEN AUF DEN ÜBERFALL IN MALATYAAUSSENMINISTER-SITZUNG DER SCHWARZMEERLÄNDERBÜYÜKANIT BRINGT EU ALS BEISPIEL REHN ERWARTET NACH DEN WAHLEN BESCHLEUNIGUNG DES REFORMPROZESSESIVANOV: „WIR SIND GEGEN EINEN KURDISCHEN STAAT“LIVNI: „UNSERE BEZIEHUNGEN ZUR TÜRKEI SIND STRATEGISCH“ORHAN PAMUK IN DER JURY VOM ‚CANNES- FILMFESTIVAL’
REAKTIONEN AUF DEN ÜBERFALL IN MALATYA
Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer reagierte scharf auf den Überfall in Malatya und sagte: „Ich verurteile diesen schändlichen Angriff, der zum Ziel hat, die Atmosphäre des Friedens und der Ruhe in der Türkei zu beeinträchtigen.“
Außenminister Abdullah Gül erklärte: „Dies ist ein Angriff auf den Frieden, die Tradition der Toleranz und die Stabilität der Türkei. Dahinter stehen vermutlich Menschen, die wissen, was sie wollen und die die Täter anleiten. Wir werden das alles herausfinden.“
Der Vorstand für religiöse Angelegenheiten Ali Bardakoğlu sagte: „Welcher Religion, Rasse oder Sprache man auch immer angehört, ein Mord ist die schlimmste Sünde. Der jüngste Vorfall ist ein Verrat an der Religion und ein Widerspruch zur Schöpfung. Natürlich darf jedermann das heilige Buch seiner eigenen Religion kaufen, verkaufen und verteilen.“
In der Erklärung des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Istanbul hieß es: „Die Zunahme der provokativen terroristischen Angriffe in jüngster Zeit gegen die friedliche Einheit der Türkei macht uns zutiefst traurig. Man kann eine solche Grausamkeit nicht der Türkei und unseren Mitbürgern zuschreiben.“ (Milliyet)
AUSSENMINISTER-SITZUNG DER SCHWARZMEERLÄNDER
Am 1. Mai wird die Türkei für 6 Monate den Vorsitz des ‚Wirtschaftszusammenarbeitsrates am Schwarzen Meer' übernehmen. Gestern fand in Belgrad die 16. Sitzung dieser Organisation statt.
In seiner Rede auf der Sitzung sprach Außenminister Abdullah Gül über die Arbeit der Türkei in der Zeit ihres Vorsitzes. Gül teilte mit, dass sie der Beschleunigung des Reformprozess der Organisation viel Bedeutung beimessen und sich dafür einsetzen werden, die Organisation aktiver zu machen, sowie die Projekte zu Ende zu führen.
Im Laufe dieser Sitzung führte Gül auch bilaterale Gespräche mit dem rumänischen Außenminister Adrian Cioroianu, dem serbischen Staatspräsidenten Boris Tadic und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sowie ein kurzes Gespräch mit seinem armenischen Amtskollegen Vartan Oskanian. (Türkiye)
BÜYÜKANIT BRINGT EU ALS BEISPIEL
Bei seinem Aufenthalt in Thessaloniki, wo Generalstabschef General Yaşar Büyükanıt an der Sitzung der Generalstabschefs der Balkanländer teilnahm, besuchte er auch das Geburtshaus von Atatürk.
Büyükanıt beklagte sich über die negative Haltung der griechischen Presse, die ihm die Frage stellte: „Warum hören die türkischen Streitkräfte nicht auf Ihr Kommando?“ Und Journalisten behaupteten, dass die türkischen Kampfflugzeuge in den griechischen Luftraum eindringen. Bezüglich der Verbesserung der türkisch-griechischen Beziehung brachte Büyükanıt die EU-Länder als Beispiel, die im Zweiten Weltkrieg gegeneinander gekämpft, aber nach dem Krieg die EU gegründet haben und sagte: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
Auf die Frage bezüglich der türkischen Kampfflugzeuge erklärte Büyükanıt: „Der Inhalt der Frage ist nicht richtig. Genau das Gegenteil trifft zu: Während unsere Flugzeuge seit zwei Tagen nicht fliegen, veranstalten die griechischen Flugzeuge Flüge.“ (Milliyet-Türkiye)
REHN ERWARTET NACH DEN WAHLEN BESCHLEUNIGUNG DES REFORMPROZESSES
Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes türkischer Industrieller und Geschäftsleute Arzuhan Yalçındağ kam mit EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn zusammen
In der Pressekonferenz nach dem etwa einstündigen Gespräch beantwortete Yalçındağ die Fragen von Journalisten und teilte mit, dass sie über technische Themen des Mitgliedschaftsprozesses sowie über das zu Beginn dieser Woche veröffentlichte ‚Anpassungsprogramm an den EU-Rechtsbestand’ gesprochen hätten.
Yalçındağ fügte noch hinzu, dass Olli Rehn mit den technischen Vorbereitungen der Türkei zufrieden war und nach den allgemeinen Wahlen eine Beschleunigung der Reformen erwarte. (Türkiye)
IVANOV: „WIR SIND GEGEN EINEN KURDISCHEN STAAT“
Der Generalsekretär des russischen Sicherheitsrates, Igor Ivanov, erklärte, dass sie gegen die Gründung eines unabhängigen Kurdenstaates im Nordirak seien und dass die Einheit des Irak bewahrt werden müsse.
Er sagte: „Wir sind dafür, dass der Irak als Ganzes bestehen bleibt, und sind überzeugt, dass Spaltungstendenzen und Unterstützungen in dieser Richtung die Lage des Irak nur noch weiter erschweren werden.“ (Cumhuriyet)
LIVNI: „UNSERE BEZIEHUNGEN ZUR TÜRKEI SIND STRATEGISCH“
Die israelische Außenministerin Tzipi Livni, die sich in Jerusalem mit einer Gruppe von türkischen Journalisten unterhielt, sagte: „Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei haben strategische Eigenschaft. Aufgrund ihrer Bewahrung demokratischer Werte stellt die Türkei ein Modell dar. Israel hat in der EU kein Votum, aber solange die Türkei das selbst will, wollen auch wir sie in der EU sehen.“
Auf die Erinnerung, dass einige Kreise in der Türkei glauben, Israel sei für einen unabhängigen kurdischen Staat im Gebiet, sagte Livni, dass sie den Irak als ein Ganzes betrachteten.
Auch der israelische Minister für Infrastruktur Benjamin Ben Eliezer, der ebenfalls die türkischen Journalisten empfing, erklärte: „Der Irak wird zusammen bleiben. Wir sehen nicht, dass es im Irak zu einer Teilung kommen wird.“ (Milliyet)
ORHAN PAMUK IN DER JURY VOM ‚CANNES- FILMFESTIVAL’
Es wurde bekannt gegeben, dass der Nobelpreisträger Orhan Pamuk Mitglied der Jury beim ‚Cannes-Filmfestival’ wird. Laut Erklärung des Festivalkomitees wird der Vorsitz der Jury dem britischen Filmproduzenten Stephen Frears übertragen.
Bei dem Festival, das vom 16. – 27. Mai veranstaltet wird, werden 22 Filme in Konkurrenz stehen. (Cumhuriyet)